Unerwünschte Telefonanrufe & Werbeanrufe verhindern

Telefonterror durch Callcenter unterbinden

Unerwünschte Telefonanrufe kennt mittlerweile jeder Bundesbürger. Damit sind in erster Linie lästige Werbeanrufe gemeint, in denen man Bargeldgewinne, kostenlose Reisen, günstige Versicherungen und viele andere Dinge aufgeschwatzt bekommen soll. Manche dieser Anrufe sind seriös, viele sind jedoch reine Abzocke-Anrufe. Da viele Anrufer zudem Wiederholungstäter sind, kapituliert so mancher Verbraucher irgendwann vor dem Telefonterror durch Callcenter und automatische Wahlroboter, die meist keine Rücksicht auf die Tageszeit nehmen.


Telefonterror

Ursachen für unerwünschte Telefonanrufe & Telefonterror

Die Ursachen für lästige Werbeanrufe sind vielfältig. Einige unseriöse Firmen, die sich hinter Briefkastenfirmen im Ausland verstecken und in regelmäßigen Abständen ihre Rufnummer wechseln, grasen einfach öffentlich zugängliche Telefonbücher ab.

Häufig ist man als Verbraucher jedoch auch selbst Schuld an dem Telefonterror der da über einen kommt. Die Telefonmafia nutzt bevorzugt Telefonnummern die sie mittels Adressgenerierung im Internet gewinnt. Wer seine Telefonnummer bei dubiosen Gewinnspielen, Versicherungsvergleichen und ähnlichen Angeboten sorglos Preis gibt, gerät schnell in den Fokus der Telefonmarketing-Unternehmen.

Im Internet befasst sich heutzutage ein ganzer Geschäftszweig ausschließlich mit Adressgenerierung für dieTelefonakquise. Natürlich darf man nicht alle diese Unternehmen über einen Kamm scheren. Einige arbeiten seriös und akzeptieren den Wunsch der Verbraucher nach dem 1. Anruf nicht mehr kontaktiert zu werden. Einigen schwarzen Schafen hingegen ist das total egal, sie rufen immer wieder an und handeln auch mit Telefonnummern.

Unerwünschte Telefonanrufe & Werbeanrufe verhindern

Die beste Möglichkeit um zu verhindern das Opfer lästiger Werbeanrufe aller Art zu werden, ist die sogenannte Datenvermeidung. Das heißt persönliche Daten, zu denen auch die eigene Telefonnummer zählt, so selten wie möglich Preis zu geben. Internet-Gewinnspiele und ähnliche Angebote, bei denen die Telefonnummer erfragt wird, sollten also Tabu sein. Ebenso kann es hilfreich sein, die eigene Telefonnummer aus dem Telefonbuch entfernen zu lassen.

Wer trotzdem an Gewinnspielen im Internet teilnehmen möchte, oder seine Daten aus anderen Gründen regelmäßig in Online-Formulare eintragen muss, kann noch ein paar andere Wege einschlagen um von unerwünschten Anrufern verschont zu bleiben.

Frank geht ran

Um nervigen Anrufen zu entgehen, müsste man einfach eine falsche Telefonnummer angeben können. Da kommen Dienste wie Frank-geht-ran.de ins Spiel. Die Initiatoren dieses Nummernservices stellen den Verbrauchern in Deutschland und Österreich kostenlos eine Rufnummer zur Verfügung. Die Telefonnummer von „Frank geht ran“ kann immer dann angeben werden, wenn ein Online-Formular danach fragt. Aber natürlich kann Franks Nummer auch an alle Menschen weitergegeben werden, mit denen man nichts zu tun haben möchte.

Statt Sie zu belästigen, wird der Werbeanrufer mit der Bandansage von Frank verbunden. Frank beantwortet den Anruf freundlich und weißt den Anrufer darauf hin, dass kein Kontakt gewünscht ist. Franks Rufnummer sieht für den ungewünschten Anrufer übrigens ganz unscheinbar aus, denn sie ist eine gewöhnliche Handynummer.

Telefon Paul

Eine Alternative zu Frank geht ran ist der ebenfalls beliebte Service von Telefon-Paul.de. Die Funktionsweise beider Dienste ist identisch, auch bei TelefonPaul wird der unerwünschte Anrufer mit einer freundlichen aber direkte Bandansage begrüßt, die unmissverständlich klar macht, dass kein Kontakt gewünscht ist. Die Macher von Telefon Paul stellen dem Verbraucher neben einer Handynummer jedoch auch eine Festnetznummer zur Verfügung. Das ist ein Pluspunkt, denn bei so manchem Formular im Internet ist die Angabe einer Festnetzrufnummer immer noch Voraussetzung, da Mobilfunknummern nicht akzeptiert werden.

Ebenso wie bei Frank geht ran ist auch bei Telefon Paul die Nutzung der angebotenen Rufnummern für den Verbraucher vollkommen kostenlos. Für den Anrufer fallen natürlich die Telefongebühren für ein Orts-, Handy- oder Ferngespräch an.

Prepaid-Handy für den Internetgebrauch

Wer etwas mehr Kontrolle über lästige Werbeanrufe und andere unerwünschte Telefonanrufe haben möchte, kann sich ein Prepaid-Handy für den Internetgebrauch einrichten. In den meisten Schubladen findet sich heutzutage ein altes Handy, dass von einem neuen Smartphone verdrängt wurde. Dieses alte Handy lässt sich für kleines Geld mit einer Prepaid-Karte ausstatten, mit der man auch eine neue Handynummer bekommt. Statt auf die Bandansagen von Frank und Paul zurückgreifen, trägt man einfach seine eigene Nummer ein, die nur für diesen Zweck angelegt wurde. Das Handy kann fortan im Lautlos-Modus die unerwünschten Anrufe aufzeichnen. Überkommt einen irgendwann doch der Telefonfrust, kann man das Handy einfach ausschalten und ist seine Sorgen los.

Unerwünschte Telefonanrufe & Werbeanrufe unterbinden

Wer bereits unerwünschte Anrufe erhält, weil sich die eigene Rufnummer in den Händen von werbenden Unternehmen befindet, dem ist mit Tipps zur Vorbeugung natürlich nicht mehr akut geholfen. Doch zum Glück gibt es weitere Methoden mit denen man den Telefonterror nach und nach beenden kann.

Die Robinsonliste

Die Robinsonliste ist eine gemeinnützige Einrichtung, die sich das Ziel gesetzt hat, Verbraucher vor unerwünschter Werbung zu schützen. Der Eintrag auf Robinsonliste.de kann sowohl vorbeugend, als auch zur Unterbindung bereits auftretender Werbeanrufe gemacht werden. Jeder Verbraucher mit Wohnsitz in Deutschland, deutscher Anschrift und seinen in Deutschland angemeldeten Telefonnummern kann sich kostenlos in diese Schutzliste eintragen.

Seriöse Unternehmen gleichen ihre Anruflisten meist regelmäßig den Einträgen in der Robinsonliste ab und streichen Menschen, die keine Werbeanrufe erhalten möchte, Der Eintrag in die Robinsonliste ist allerdings nur ein kleiner Schritt gegen Werbeanrufe und kein Wundermittel, denn viele unseriöse Telefonterroristen interessieren sich nicht für die dort eingetragenen Wünsche der Verbraucher. Es ist auch ein Irrglaube, dass die Robinsonliste eine Telefonnummer gegen bestimmte Anrufer sperren kann. Dazu müssen andere Schritte unternommen werden.

Anrufer sperren

Eine weitere Möglichkeit sich von unerwünschten Anrufern und Telefonterror zu befreien ist die Sperrung dieser Anrufer. Einige Router und Telefonanlagen, wie beispielsweise die sehr beliebte Fritz!Box von AVM, bieten dem Verbraucher das Feature, eine Liste mit gesperrten Telefonnummern anzulegen. Telefonnummern die sich auf dieser Sperr-Liste befinden, werden fortan nicht mehr ans Telefon durchgestellt.

Leider bieten bei weitem nicht alle Geräte dieses Feature an. Telekom-Kunden die ein Gerät der Telekom nutzen, müssen leider zuerst das kostenpflichtige Sicherheitspaket Plus buchen, um in den Genuß einer Rufnummernsperre zu kommen. Hier kann die Telekom sicher irgendwann nachbessern, denn dieser Schutz sollte nach Meinung vieler Verbraucher zum guten Kundenservice gehören und kostenlos sein.

Telefon-Lexikon.de empfiehlt: Unerwünschte Anrufe mit der FritzBox sperren.

Da Telefonterror und belästigende Werbeanrufe auch immer häufiger Nutzer von Mobilfunkanschlüssen betreffen, bietet sich zumindest für Smartphone-Nutzer die Anschaffung einer App an, die Anrufe blockieren und die Privatsphäre schützen kann. Es gibt zahlreiche Call Blocker Apps für Android Smartphones. Besonders beliebt sind die beiden Apps Call Blocker und Call Controll.

Die Sperrung unerwünschter Anrufer ist auf jeden Fall eine gute Möglichkeit die Privatsphäre und das eigene Nervenkostüm zu schützen. Doch leider ist auch das Sperren kein Allheilmittel gegen Telefonterror. Viele unseriöse Anrufer wechseln regelmäßig ihre Rufnummern, lassen beim Anruf eine falsche Nummer anzeigen oder rufen gar ganz anonym mit unterdrückter Telefonnummer an, was nach § 102 Absatz 2 des Telekommunikationsgesetzes (TKG) strikt verboten ist.

Meldung an die Bundesnetzagentur

Wer regelmäßig von Werbeanrufen gequält wird, sollte sich in jedem Fall auch an die Bundesnetzagentur wenden. Ganz besonders dann, wenn es sich um sogenannte Cold Calls handelt. Das sind unerlaubte Werbeanrufe denen der Verbraucher zuvor nicht ausdrücklich zugestimmt hat. Leider weiß man als Opfer von Werbeanrufen selten, ob man nicht doch über das Kleingedruckte in irgendeinem Formular solch eine Einwilligung gegeben hat.

Dennoch gilt: Wenn die Anrufe belästigend werden und in Telefonterror ausarten, sollte Beschwerde bei der Bundesnetzagentur eingereicht werden. Dazu gibt es 2 Möglichkeiten. Die Bundesnetzagentur bietet ein Beschwerdeformblatt (editierbares PDF) an, welches ausgefüllt per Post, Fax oder eingescannt als E-Mail-Anhang zurück gesendet werden kann.

Eine andere Möglichkeit ist die Online-Beschwerde bei der Bundesnetzagentur. Zur Übermittlung der Beschwerde über eine Rufnummer, wird man durch einen Frage- und Antwortmodus geführt, der das Ausfüllen des Beschwerdeformulars erleichtert. Die Bundesnetzagentur ist aufgrund der eingereichten Beschwerde nicht in der Lage, unerlaubte Werbeanrufe bzw. belästigende Telefonanrufe direkt zu unterbinden. Jedoch kann die folgende Ermittlungsarbeit der Bundesnetzagentur zu einem Bußgeldverfahren und der Abschaltung von Nummern der Anrufer führen.

Unerwünschte Anrufe effektiv abwehren

Natürlich gibt es noch viele weitere Möglichkeiten sich gegen unerwünschte Telefonanrufe durch Call-Center zu wehren. Die deutschen Verbraucherzentralen und die Polizei empfehlen in der Regel, sich auf kein Gespräch einzulassen und den Anruf durch direktes Auflegen zu beenden. Meist erkennt man die Call-Center Anrufe schon anhand der unbekannten Nummer auf dem Telefon-Display. Beginnt der Anrufer das Gespräch dann mit den Worten: Guten Tag, spreche ich mit (Ihr Name), hat man Gewissheit dass es sich um einen Werbeanruf handelt. Schon an dieser Stelle sollte man das Gespräch beenden, und die Frage des Anrufers keinesfalls mit Nennung oder Bestätigung des eigenen Namens beantworten.

Das Talent auf Werbeanrufe prompt und konsequent zu reagieren, hat nicht jeder Mensch. Schließlich hat sich der Verbraucher, im Gegensatz zum Anrufer, nicht auf das Gespräch vorbereitet. Callcenter-Agenten sind meist sehr gute Rhetoriker und haben es gelernt die Gesprächsführung trotz Gegenargumenten zu behalten. Häufig ist der Verbraucher schnell überrumpelt, weil er gerade mit etwas ganz anderem beschäftigt war. Es braucht also meistens ein wenig Übung, sich nicht mehr am Telefon überrumpeln zu lassen und den ünerwünschten Werbeanruf durch konsequente Gesprächsverweigerung effektiv abzuwehren.

Eine Alternative zur umgehenden Beendigung eines Gespräches ist es, dem Anrufer mit seinen eigenen Waffen zu begegnen. Dabei kann man als gequälter Verbraucher versuchen, durch viele Gegenfragen die Kontrolle über das Gespräch zu gewinnen und den Anrufer durch die Verwicklung in ein langes Gespräch von seinem eigentlichen Vorhaben abzubringen, bevor man dem Erhalt weiterer Werbeanrufe ausdrücklich widerspricht. Ein solcher Gegenangriff kann mit Hilfe von einem Ablaufskript oder Telefonprotokoll durchgeführt werden. Ähnliche Vorlagen benutzten übrigens auch die Leute im Call-Center. Wer sich den Spaß machen möchte, kann sich zum Beispiel am PDF Gesprächsleitfaden von EGBG orientieren, den man ausgedruckt neben dem Telefon platzieren kann. Telefon-Lexikon.de empfiehlt diese Methode nicht!

Viele Seiten im Internet empfehlen Verbrauchern, die regelmäßig von Telefonwerbung belästigt werden, dem Anrufer mit Geschrei zu begegnen oder gar mit Hilfe eine Trillerpfeife auf die Anrufe zu reagieren. Der Erfolg eines solchen Vorgehens ist dahingestellt. Besser ist es, mit Gesprächsverweigerung zu reagieren und das Gespräch prompt durch Auflegen zu beenden. Scheitern alle Versuche, die unerwünschten Anrufe zu beenden, oder ist die eigene Gesundheit bereits durch den Telefonterror angegriffen, sollte man sich am besten schnell eine neue Telefonnummer zulegen und diese, mit Blick auf das Thema Datenvermeidung, gut schützen.

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