Handyversicherung für Smartphones – Sinnvoll oder nicht?

Lohnt sich eine Handyversicherung?

Kaum ein elektronisches Gerät ist den Deutschen wichtiger als ihr Smartphone. Die Geräte sind nützliche Begleiter im Alltag, doch leider sind sie oft auch ziemlich empfindlich. Wenn das Smartphone hinfällt oder gequetscht wird, zeigt sich bei vielen Telefonen besonders das Display als Schwachpunkt. Neben Materialfehlern, Defekten und dem weit verbreiteten Displaybruch müssen Smartphone-Besitzer auch das Risiko eines Diebstahls oder Verlustes fürchten. Smartphones sind nicht billig, das macht sie zu begehrten Objekten für Langfinger. Und im Falle eines Verlustes schmerzt oft auch der Anschaffungspreis des teuren Telefons.

Für viele Menschen liegt es daher nahe, sich nach einer Versicherung für das Smartphone umzuschauen. Was für den Hausrat und das Auto gut ist, kann ja für das Smartphone nicht schlecht sein? Es gibt zahlreiche Angebote für spezielle Handyversicherungen. Doch wie sinnvoll ist so eine Versicherung für iPhone und Co. wirklich?

Viele Smartphones erleiden einen Displaybruch. Ist eine Handyversicherung für Smartphones daher sinnvoll oder nicht?

Kosten und Nutzen vergleichen


Die meisten Handyversicherungen sind nicht so günstig wie sie auf den ersten Blick wirken. Bei Monatsbeiträgen von 5-15 Euro und Laufzeiten von 24-36 Monaten kommt schon eine große Summe zusammen. Wer nun damit rechnet, dass die Versicherung im Schadensfall den vollen Kaufpreis erstattet, irrt. In den meisten Fällen bestimmt der Versicherer lediglich den Restwert des Gerätes und zahlt diesen aus. Je nach Umfang des Schadens sind die Kosten für eine Reperatur jedoch oft höher als dieser Restwert. Nicht selten hat man zu diesem Zeitpunkt schon mehr für die Versicherung ausgegeben als man erstattet bekommen.

Viele Versicherungsgesellschaften halten sich im Kleingedruckten außerdem diverse Hintertürchen offen um sich im Schadensfall vor Leistungen zu drücken.

Beispiel: Im Falle der Zerstörung oder Beschädigung des Handys zahlt die Versicherung nur, wenn der Versicherte das Telefon inklusive des vollständigen serienmäßigen Zubehörs, wie zum Beispiel dem Original-Kopfhörer, Original-Verpackung, Kaufbeleg und Co. vorgelegen kann. Kann der Versicherte dieser Forderung nicht nachkommen, gibt es auch kein Geld!

In zahlreichen Versicherungsbedigungen für Smartphones findet sich zudem ein Hinweis, dass der Versicherte im Schadensfall kein Bargeld erhält, sondern bei Totalschaden oder Diebstahl ein Ersatzgerät gestellt bekommt. Im Versicherungsdeutsch wird hier von einem Gerät derselben „Art und Güte“ gesprochen. In den meisten Fällen handelt es es sich um ein Gebrauchtgerät, das nicht zwangsläufig das gleich Modell sein muss sondern lediglich ein vergleichbares Gerät sein kann.

Es gibt noch viele weitere Ausnahmen die man meist erst bemerkt, wenn man den Schaden hat und ihn trotz Smartphoneversicherung selbst tragen muss. Ein paar weitere Beispiele!

  • Verschleißteile wie Akkus sind oft vom Versicherungsschutz ausgenommen
  • Schäden an der Software oder durch die Software sind ebenfalls vom Versicherungsschutz ausgenommen.
  • Der Versicherungsschutz gegen Wasserschäden schließt Feuchtigkeitsschäden durch Witterungseinflüsse meist aus.
  • Schäden die selbst oder durch Dritte herbeigeführt werden (unsachgemäße Reperaturen, Handy als Flaschenöffner) sind ebenfalls ausgeschlossen.
  • Schönheitsmängel wie Kratzer, Schrammen und Abriebspuren, die die Funktion des Gerätes nicht beeinträchtigen, sind nicht vom Versicherungsschutz abgedeckt.

Versicherungsschutz gegen Diebstahl?

Auf den ersten Blick bieten die meisten Handyversicherungen einen Schutz gegen Diebstahl, so wie er von vielen Menschen gewünscht wird. Ein Blick ins Kleingedruckte offenbart dann meist, dass der Diebstahlschutz nur Einbruchdiebstahl und Raub umfasst. Das Handy muss also aus einem verschlossenen Raum wie Wohnung, Auto, dem Spind auf der Arbeit gestohlen (Einbruchdiebstahl) oder mit Gewalt (Raub) entwendet worden sein.

Wird das Smartphone unterwegs von Taschendieben oder Trickbetrügern entwendet, während man es in der Kleidung oder ­einer Tasche trägt, ist man bei den allermeisten Versicherungen leider aufgeschmissen, obwohl dies die häufigste Art des Diebstahl ist.

Wenn Sie lediglich aufgrund des Diebstahlschutzes planen eine Handyversicherung abzuschließen, bedenken Sie, dass Sie im Falle eines Einbruches in die Wohnung oder ins Auto vermutlich schon durch Ihre Hausrat- und Kfz-Versicherung ausreichend geschützt sind.

Lohnt sich eine Handyversicherung?

Vor dem Abschluss einer Handyversicherung sollten Sie sich die Konditionen ganz genau ansehen und nicht den erstbesten Vertrag abschließen. Wenn Sie genau wissen, welche Schäden unter welchen Bedingungen von der Versicherung übernommen werden und die Absicherung Ihnen den monatlichen Beitrag wert ist, können sie auf Nummer sicher gehen und ihr Gadget mit einer Versicherung schützen.

Für die meisten Menschen dürfte eine Handyversicherung auf den zweiten Blick jedoch nicht mehr so verlockend erscheinen. Weil ein kaputtes oder verlorenes Handy normalerweise nicht gleich den finanziellen Ruin bedeutet ist eine Handyversicherung für die meisten Verbraucher kein „Must-Have“. Es ist nett diese Absicherung zu haben, doch sie ist definitiv nicht notwendig und bleibt nur bedingt empfehlenswert.